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Anstieg weltweiter Fleischproduktion / Waldsterben / Gewässerbelastung / Übersäuerung des Bodens /  Treibhauseffekt  / Ressourcenverschwendung / Nahrungsmittelverschwendung  / Ökonomie / Kosten auf die Steuerzahler abgewälzt  / Subventionierter Wahnsinn / Schlussbetrachtung / Buchtips  / Fussnoten  /  zurück zum Hauptmenü

die Milch der Kuh gehört ihrem Kälbchen
Mutter´s gesunde Milch - das beste für ihr Kind

Ökologische und ökonomische Folgen einer fleischorientierten Ernährungsweise
Renato Pichler, Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus (SVV).
Siehe: http://www.vegetarismus.ch

Auf folgende Auswirkungen, wird in diesem Artikel eingegangen:

- Waldsterben wegen Überdüngung und Übersäuerung durch ein Übermass an tierischen Exkrementen.
- Sterben der Meerestiere durch Überdüngung der Meere.
- Grundwasserverschmutzung, durch Nitratbelastung aus den tierischen Exkrementen.
- Verstärkung des Treibhauseffektes, u.a. durch Methangas aus dem Verdauungstrakt der Wiederkäuer.
- Verschwendung grosser Landflächen für Aufzucht von Nutztieren und für Futtermittelanbau.
- Verschwendung von Nahrungsmitteln durch Verfütterung an Schlachttiere; daraus folgt eine sinnlose Verlängerung der Nahrungskette.
- Starke Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit durch Überkonsum an tierischem Eiweiss, tierischen Fetten und der aufsummierten Giftstoffe in den tierischen Nahrungsmitteln.

Weltweite Fleischproduktion steigt weiter anBlut ist Leben !

1994 wurden weltweit 193.8 Millionen Tonnen Fleisch produziert. Allein auf die Schweiz entfallen jährlich 600 000 Tonnen(1).
Mengenmäßig hat das Fleisch den Brotkonsum in der Schweiz (und bestimmt auch in manchen anderen Ländern) bereits überholt. (2) Dies hat weltweit enorme ökologische und ökonomische Folgen, die leider bisher viel zu wenig Beachtung fanden.

Fleischproduktion weltweit:

1990: 170 Mio. Tonnen
1993: 190 Mio. Tonnen
1994: 194 Mio. Tonnen

Jauche verursacht Waldsterben

Neueste wissenschaftliche Untersuchungen weisen eindeutig darauf hin, dass die heutige Massentierhaltung ein Hauptverursacher des Waldsterbens ist. Biologe, Dr. Hans Mohr (3) im Spektrum der Wissenschaft vom Januar 1994: "Eine wesentliche Erkenntnis aus zehn Jahren Waldschadensforschung ist, dass die atmosphärischen Einträge an Stickstoff und insbesondere an Ammonium(4)-Stickstoff, der in erster Linie aus der Landwirtschaft stammt, vermindert werden müssen.
Das Kardinal-problem bleibt die Entsorgung der unaufhörlich wachsenden Menge tierischer Exkremente und menschlicher Fäkalien.>>
Die menschlichen Fäkalien werden heute zum Grossteil über Kläranlagen entsorgt. Die tierischen Exkremente werden jedoch immer noch auf die Felder geschüttet bzw. gespritzt. Dies hat zur Folge, dass der Stickstoff in Form von Ammoniak (NH3) der heute als hauptverantwortlich für das Waldsterben gi1t, zu rund 85% durch die Emissionen der Tierhaltungen verursacht wird.
Stickstoff, eigentlich ein unverzichtbares Nährmittel für Wiesen, Wälder und Wasserlebewesen, kann bei einem Übermass zur folgenschweren Überdüngung derseben führen. Dies wurde erst sehr spät bemerkt, da bei hoher Stickstoffzufuhr die Wälder zuerst schneller wachsen, und erst, wenn die Böden mit Stickstoff übersättigt sind, mit den ersten Schäden reagieren.
Die Untersuchungskommission des Deutschen Bundestages zum Thema «Schutz der Erdatmosphäre» kam 1992 zum selben Ergebnis. Zum Thema Ammoniak (NH3) veröffentlichte sie in «Klimaänderung gefährdet nationale Entwicklung»:
>>National (BRD), kontinental (In Westeuropa und global sind die NH4-Emissionen zu 90% der Landwirtschaft und hier zu 80% der Tierhaltung zuzuordnen. In der Bundesrepublik Deutschland werden jährlich 528000 t NH4 emittiert.
Ammoniak entsteht im Stallbereich, der Weidewirtschaft, sowie bei der Lagerung und Ausbringung von organischem Dünger.
Durch Minderung der Viehbestände, Fütterungsumstellungen und Reduzierung der Güllewirtschaft würden die Ammoniak- und Stickoxidfreisetzungen vermindert. Das wäre nicht nur in ökologischer, sondern auch in ökonomischer Hinsicht wünschenswert.
Um sich ein Bild von den ökonomischen Folgen des Waldsterbens machen zu können, wurden sie am Beispiel des Schweizer Kurortes Davos berechnet (9): Die teilweise Entwa1dung der dortigen Wälder wurde demnach rund 267 Mil. Fr. an Folgekosten verursachen, eine vollständige Entwaldung würde rund 508 Mio. Fr. kosten. Selbst wenn sämtliche steilere Waldstücke nur durch Lawinenverbauungen ersetzt werden müssten, würde dies Kosten in der Höhe von 415 Mio. Fr. zur Folge haben.

Die Emissionen von Ammoniak aus der Landwirtschaft stammen zu rund 90% aus Jauche und Mist.(5)
 

Belastung der Gewässer

Ammoniak hat jedoch nicht nur verheerende Auswirkungen auf den Wald, sondern auch auf die Gewässer. Die Überdüngung bewirkt unter anderem ein unnatürlich starkes Wachstum der Algen, die dadurch dem Gewässer den Sauerstoff entziehen.
Die heutigen bodenunabhängigen Tierfabriken produzieren eine solche Menge an Jauche, dass dadurch das Grundwasser ernsthaft gefährdet wird.(10) In der Schweiz müssen z. B. der Sempachersee und der Baldeggersee wegen Überdüngung bereits mit riesigen Sauerstoffgebläsen künstlich «beatmet» werden.
Über 50% der Wasserverschmutzung in Europa ist auf die Massentierhaltung zurückzuführen. Das Nitrat aus der Landwirtschaft ist heute schon soweit ins Grundwasser vorgedrungen, dass deshalb bereits einige Mineralwassermarken nicht mehr Trinkwasserrichtwerte erfüllen." In den USA ist der Anteil der Landwirtschaft an der Wasserverschmutzung grösser als der aller Städte und Industrien zusammen! (12)

Übersäuerung des Bodens

Ammoniak und Stickoxide (NOX) tragen auch wesentlich zur Übersäuerung des Bodens bei. In den Niederlanden hatte dies bereits 1989 ein solches Ausmass angenommen, dass sich ein Ministerium mit diesem Problem befassen musste.

Das Resultat des niederländischen Instituts für Gesundheit und Umweltschutz(13):
«Das Nitrat aus der Gülle entweicht als Ammoniakgas auch in die Luft; es ist ein Umweltgift, das den sogenannten sauren Regen und andere säurehaltige Ablagerungen hervorruft. In Holland stammt der grösste Teil der Niederschläge von den Ammoniakgasen aus den Kuhställen - sie schaden dem Land mehr als alle Automobile und Fabriken.»
 

Treibhauseffekt

Für den Treibhauseffekt wurden bisher fast ausschliesslich der Verkehr und die Industrie verantwortlich gemacht.
Auch hier wurde lange der Einfluss der landwirtschaftlichen Tierhaltung fast gänzlich vernachlässigt. Der Leiter des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie, Ernst U. v. Weizsäcker, dazu: «Die Beiträge der Rinderhaltung zum Treibhauseffekt sind ähnlich gross wie die des gesamten Autoverkehrs, wenn wir die Waldrodung fürs Rind und für Futtermittel einbeziehen. [...] Und die Verwandlung von Savannen in Wüsten, die Erosion in Berggebieten, der übermässige Wasserbedarf der Rinder, der gigantische Energiebedarf der Mastviehhaltung sind einige weitere Gründe dafür, dass wir mit jedem Pfund Rindfleisch der Umwelt schwer zusetzen. »(14) Der Treibhauseffekt wird unter anderem durch die drei Gase Methan, Kohlendioxid und Stickstoffoxide verursacht.
Alle drei entstehen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung in grossen Mengen. Allein die weltweit gehaltenen 1,3 Milliarden Rinder (bzw. die Konsumenten ihrer Körper) - sind für 12% der weltweiten Methangasemission verantwortlich.

Viehweiden bedecken bereits ein Drittel der Landfläche unseres Planeten!!(16)

Bei der Viehzucht entstehen (laut Wortdwatch Institut) jährlich insgesamt 115 Millionen Tonnen (=115.OOO.OOO.OOO kg) Methangas. Noch gravierender ist dies, wenn man bedenkt, dass ein Methan-Molekül 25mal mehr zum Treibhauseffekt beiträgt, als ein Kohlendioxid-Molekül.(15)
 

Ressourcenverschwendung

Die Konsumenten, die für die Fleischproduktion verantwortlich sind, sind auch zu einem grossen Teil verantwortlich für einen verschwenderischen Umgang mit unseren Ressourcen:
Auf der Fläche eines Grundstückes, das benötigt wird, um ein Kilo Fleisch zu erzeugen, könnte man im selben Zeitraum 200 kg Tomaten oder 160 kg Kartoffeln ernten. In der Schweiz werden rund 67% der landwirtschaftlichen Nutzfläche für die Tierhaltung und den Futtermittelanbau verwendet.
Zur Erzeugung von 1 kg Getreide braucht es ca. 100 Liter Wasser, um 1 kg Fleisch zu erzeugen, braucht es 2.OOO bis 15.OOO Liter Wasser.
 

Nahrungsmittelverschwendung

Um 1 kg Fleisch zu erzeugen, benötigt man 7-16 kg Getreide oder Soyabohnen. Dies kann ohne Übertreibung als die effektivste Form von Nahrungsmittelvernichtung bezeichnet werden. Bei der «Umwandlung» von Getreide in Fleisch gehen durch diese künstliche Verlängerung der Nahrungskette unter anderem 90% Eiweiss, 99% Kohlenhydrate und 100% Faserstoffe verloren. Hinzu kommt, dass vom Körper der sogenannten Schlachttiere nur ein kleiner Teil tatsächlich das
gewünschte Fleisch ausmacht. Beim Rind ist der Gewichtsanteil an Fleisch (ohne Knochen) nur gerade 35%, beim Kalb 39%.(18) Dennoch werden 57% des Getreides in der Schweiz an Tiere verfüttert (1990). In den USA werden 80% der Getreideernte an rund 8 Milliarden Schlachttiere verfüttert. Bei den Sojabohnen macht es weltweit sogar 90% aus.(19)
Rund die Hälfte des weltweit produzierten Getreides wird an Tiere verfüttert, um deren Fleisch zu essen. Würde z.B. in Amerika nur 10% weniger tierisches Eiweiss gegessen werden, so könnte man mit dem dadurch eingesparten Getreide rund eine Mil-li-ar-de Menschen vor dem Hungertod bewahren.
Allein in der Schweiz werden jährlich rund 1 '200'000 Tonnen "Kraftfutter" an die Nutztiere verfüttert, der grösste Teil davon ist Futtergetreide. Die Schweiz kann sich diese Verschwendung leisten, bei den Entwicklungsländern sieht es jedoch schlechter aus:
Wie die FAO berichtet, dienten 1981 75% der Getreideeinfuhren in die Dritte Welt als Futter. Doch auch der inländische Nahrungsmittelanbau steht weltweit in direkter Konkurrenz zum Futtermittelanbau:
In Ägypten zum Beispiel ist in den letzten 25 Jahren der Anbau von Mais als Viehfutter auf Äcker vorgedrungen, die früher Weizen, Reis und Hirse, alles Grundnahrungsmittel, hervorbrachten. Der Anteil des Futtergetreides ist dabei von lO% auf 36% angestiegen. (20)
Ähnlich erging es auch den anderen Ländern. die ihren Fleischkonsum erhöhten. In Taiwan wurde 1950 die Bevölkerung noch mit 170 kg Getreide pro Kopf und Jahr satt. Bis 1990 versechsfachte sich der Fleisch- und Eierkonsum. Durch diese Verlängerung der Nahrungskette ist der Getreidebedarf pro Kopf auf 390 kg angestiegen. Trotz ständig wachsenden Ernten konnte Taiwan diesen steigenden Bedarf nur durch Einfuhren decken. Während Taiwan 1950 noch Getreide exportierte, musste es 1990 74% seines Bedarfs aus dem Ausland einführen, grösstenteils als Viehfutter. (21)
Ähnliche Zahlen ergeben sich für die ehem. Sowjetunion:
Seit 1950 Verdreifachung des Fleischkonsums, Vervierfachung des Futtermittelverbrauchs. 1990 verzehrte das Vieh in der ehem. Sowjetunion bereits dreimal soviel Getreide wie die Menschen. Die Einfuhren an Futtergetreide widerspiegeln dies: Von fast Null im Jahre 1970 stiegen sie auf 25 Millionen Tonnen im Jahr 1990. Sie wurde damit zum zweitgrössten Futtermittelimporteur der Welt.

Vegi-Büro Schweiz

Seit 1970 wurden über 20 Mb. Hektar der feuchten Tropenwälder in Rinderweiden umgewandelt.

(Auf einem Landstück können folgende Mengen Nahrungsmittel erzeugt werden(17):
Rindfleisch 50 kg
Kirschen 1000 kg
Äpfel 4000 kg
Karotten 6000 kg
(Worldwatch Institut)

Ökonomie

Wie ist es möglich, dass trotz den oben beschriebenen immensen Nachteilen einer fleischorientierten Gesellschaft, der Fleischkonsum weltweit weiterhin ansteigt? (22) Nebst einigen psychologischen und sozialen Gründen, die meist durch die Werbung hervorgerufen werden (Fleisch gaebe Kraft, etc.), ist ein Aspekt kaum zu unterschätzen: das Geld.
Auf den ersten Blick scheint dies ein Widerspruch, denn unter normalen Umständen müsste ein Wirtschaftszweig, der auf die Vernichtung von Nahrungsmitteln und Ressourcen programmiert ist, längst von selbst zusammenbrechen. Die Kosten, die die heutige Fleischproduktion weltweit verursacht, stehen längst in keinem vernünftigen Verhältnis zu ihrem angeblichen Nutzen.
 

Kosten auf die Steuerzahler abgewälzt

Ein Grund weshalb die Fleischindustrie immer noch existiert, ist der, dass die Einnahmen aus dem Geschäft privatisiert werden, die Kosten jedoch auf die Allgemeinheit (und somit auf alle Steuerzahler) abgewälzt werden. Dies ist von anderen Wirtschaftszweigen (z. B. Automobilindustrie) bereits bestens bekannt. Von Kostenwahrheit auch in der Landwirtschaft keine
Spur: Nach Schätzung des renomierten Worldwatch Instituts in Washington müsste sich der Fleischpreis verdoppeln oder verdreifachen, wenn man die vollen ökologischen Kosten einschliesslich der Verbrennung fossiler Brennstoffe, der Absenkungen des Grundwassers, der chemischen Verseuchung des Bodens und der Erzeugung von Ammoniak und Methangas auch auf die Rechnung setzen würde.(23) Ganz zu schweigen von den Folgekosten im Gesundheitswesen.
 

Subventionierter Wahnsinn

Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftszweigen wird die Fleischindustrie jedoch in fast allen Ländern vom Staat subventioniert, da sie sonst (trotz der Abwälzung ihrer Kosten) nicht rentabel wäre. In der Schweiz verwendet der Staat im Schnitt 84% seiner Landwirtschaftssubventionen um die Fleisch-, Milch- und Eierproduktion zu unterstützen. Nur ganze 16% stehen für die pflanzliche Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung.(24)
In keinem anderen Wirtschaftszweig wird der Markt so stark verzerrt wie in der Landwirtschaft. Könnten Sie sich vorstellen, dass eine private Firma vom Staat mehr Zuschüsse bekommt, als sie durch den Verkauf der produzierten Güter einnimmt? Dies, obwohl sogar der Verkauf der «Güter» zum Grossteil vom Staat unterstützt wird? In den ehemaligen Ostblockländern wurde mit einer solchen Politik die ganze Wirtschaft in den Abgrund geführt. In den Staaten der (Bundesausgaben für die Preis- und Absatzsicherung <1992 in SFr.>) (25):

-Für Viehwirtschaft: 1205.9 Millionen (78%)
-Für Pflanzenbau: 332.1 Millionen (22%)

77 Prozent der Einnahmen der Schweizer Landwirtschaft sind auf direkte und indirekte Subventionen sowie auf zahllose Interventionen des Staates zurückzuführen. Dies kostet den Staat jährlich über 7 Milliarden Franken.(26) Mittlerweile unterhält die Schweiz bereits eine rund 3500 Personen starke Agrarbürokratie. Allein für die Unterstützung der landwirtschaftlichen Organisationen gibt sie jährlich ca. 900 Millionen Franken aus.(27) Rund 99,5% davon stehen den Organisationen der Tierhalter zur Verfügung.
Für die anderen Industrieländer gelten ähnliche Verhältnisse in der Landwirtschaft. Doch nicht nur national, sondern auch international wird die Viehwirtschaft stark unterstützt und damit am Leben erhalten: Allein in Lateinamerika hat die Weltbank von 1963 bis 1985 1,5 Milliarden Dollar in die Viehwirtschaft hineingepumpt, zumeist in grosse Rinderfarmen.(28)
Trotz der Externalisierung der Kosten und trotz den horrenden Subventionen bleibt für die Bauern und Banken die Landwirtschaft im doppelten Sinn ein «Wahnsinnsgeschäft»: Durch die Intensivierung der Fleischproduktion benötigen die Bauern immer teurere Maschinen. Dafür brauchen sie immer grössere Kredite von den Banken. In den USA gab es z.B. 1986
160 Bankpleiten, wovon ein Grossteil durch das Agrobusiness in den Ruin getrieben wurde.(29)
 

Schlussbetrachtung

Da die eigene Ernährungsweise sehr persönlich ist, ist ein Nachdenken über deren Folgen unpopulär. Dennoch wurde in diesem Artikel versucht, anhand der Ernährungsweise mit tierischen Produkten die ökologischen und wirtschaftlichen Folgen unseres Handelns für diejenigen aufzuzeigen, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst sind.

Vegi-Büro Schweiz

Alle in diesem Artikel aufgegriffenen Themen haben auch schwerwiegende wirtschaftliche Folgen. Eine nachhaltige, umweltverträgliche Wirtschaftsordnung ist deshalb ohne Einbezug dieser Fakten nicht möglich. Es bleibt deshalb zu wünschen, dass sich in Zukunft nicht nur Umwelt- und Tierschützer mit der Problematik des Fleischkonsums auseinandersetzen, sondern ebenso auch Okonomen und Politiker. Für die Vorkämpfer der Freiwirtschaft(30), wie z. B. Werner Zimmermann, war dies selbstverständlich; sie setzten sich deshalb ebenso für eine vegetarische Lebensweise wie für eine Änderung unseres Wirtschaftssystems ein. Im Gegensatz zu letzterem kann jeder sofort bei sich selbst mit der Änderung seiner Ernährungsgewohnheiten beginnen. Bei solch weitreichenden Folgen kann die eigene Ernährungsgewohnheit keine Privatsache
mehr sein!

Buchtips:
- Durning. Alan: Zeitbombe Viehwirtschaft
- Folgen der Massentierhaltung für die Umwelt.
Wochenschau Verlag. 1993,
Fr. 17.80, 64 Seiten, ISBN 3-87920-703-8. (World-Watch-Paper Band 4)
- Rifkin, Jeremy: Das Imperium der Rinder, Canipus-Verlag. 1994, Fr. 37.-, 277 Seiten, ISBN 3-593-35047-5.
- Robbins, John: Ernährung für ein neues Jahrtausend, H. Nietsch-Verlag,
ISBN 3-929475-08-1, deutsche Übersetzung des Grundlagenwerkes der EarthSave Foundation.

Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus

Weitere Gründe für eine vegetarische Lebensweise erhalten Sie beim Sekretariat der SVV:

Vegi-Büro Schweiz,
E-Mail: svv@vegetarismus.ch

Unsere Informationen können Sie auch via Internet abrufen die Adresse lautet:
http://www.vegetarismus.ch/info/oeko.htm

Sie können die Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus (SW) auch durch eine Spende (auf PC-Konto 90-21299-7, St. Galten) oder Mitgliedschaft in Ihrer Aufklärungsarbeit unterstützen. Gerne senden wir Ihnen auch weiteres Info-Material zu anderen Themen aus allen Bereichen des Vegetarismus.
 

Erklärung der Fussnoten:

1.
Schweizerische Genossenschaft für Schlachtvieh und Fleischversorgung.
2.
53kg Brot pro Jahr und Kopf gegenüber 55,5 kg Fleisch. Nach Geschäftsbericht der Schweizerischen Genossenschaft für Schlachtvieh und Fleischversorgung (GSF) 1990.
3.
H. Mohr gehört der Deutschen Akademie der Naturforscher an und der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, deren Forschungsstelle «Nitratassimilation» er seit 1986 leitet. Ehrendoktor der Universitäten Strassburg und Limburg.
4.
Ammonium (NH4) entsteht in der Luft aus Ammoniak (NH3).
5.
Hans Mohr in Spektrum der Wissenschaft, Januar 1994, Seite 50.
6.
Studienarbeit im Rahmen des Aufbaustudiums Umweltschutztechnik an der TU München: Der Beitrag von Nitrat- und Ammoniakimmissionen zum Waldsterben von dipl. Ing. Matthias Holzer, 1993.
7.
Dr. Klaussermann, am Symposium «Ammoniak in der Umwelt- Kreisläufe, Wirkungen» vom 10. bis 12. Oktober 1990 in Braunschweig.
8.
Gemeinsame Erklärung der 27 Mitglieder der Enquete-Kommission, worin alle Regierungsparteien und 14 Wissenschaftler vertreten sind.
9.
aus: Forstwirtschaftliche Beiträge des Fachbereichs Forst-ökonomie und Forstpolitik, ETH Zürich 1989/8: Die Folgen von Waldschäden von David Altweg, Seiten 279-280.
10.
Um das Schweinefleisch für die Schweizer Bevölkerung zu «produzieren», werden 890000 Tonnen Futter benötigt und 2,5 Mio qm Jauche produziert. (Berechnet von Konsum & Umwelt des WWF Schweiz im Heft 1/94)
11.
nach Fernseh-Sendung «Fleisch frisst Menschen» des WDR vom 17.12.1987.
12.
Gross, Russell H., Byers, Floyd M., u.a.: «Current Issues in Food Production A Perspective on Beef as a Component in Diets for Americans», April 1990, Seite 5.26.
13.
Zitiert aus Worldwatch Paper «Zeitbombe Viehwirtschaft», Seite 22
14.
aus seinem Vorwort in: Jeremy Rifkin Das Imperium der Rinder, Campus Verlag, 1992, Seite 12.
15.
Rifkin, 1992, Seite 191 und «Zeitbombe Viehwirtschaft», Seite 30.
16.
«Zeitbombe Viehwirtschaft», Seite 22-23.
17.
Inklusive Landflächen für den Futtermittelanbau. Quelle: EarthSave Foundation. Je nach Anbau- bzw. Aufzuchtmethode, können die Werte stark variieren.
18.
nach Zahlen der Schweizerischen Genossenschaft für Schlachtvieh und Fleischversorgung (GSF)
19.
nach: EarthSave Foundation.
20.
aus Worldwatch Paper «Zeitbombe Viehwirtschaft» von Alan B. Durning, Seite 36.
21.
«Zeitbombe Viehwirtschaft», Seite 33
22.
Obwohl in einigen Industrieländern in letzter Zeit (aus gesundheitlichen Gründen) eine Kehrtwende feststellbar ist, wird weltweit nicht weniger Fleisch produziert. Stattdessen werden die ständig steigenden Überschüsse der Fleischproduzenten in Entwicklungsländer zu Spottpreisen exportiert und treiben dort den Fleischkonsum voran. Gleichzeitig werden lokale Märkte durch das Billigfleisch zerstört.
23.
«Zeitbombe Viehwtrtschaft», Seite 48
24. Durchschnittswerte von 1986-88, jährliche Landwirtschaftssubventionen gesamt: 7,2 Milliarden Franken. Quelle: CASH, 3.8.90.
25.
Aus: Statistisches Jahrbuch der Schweiz 1994, 5. 193-194.
26.
Brückenbauer, 15. Feb. 95, Seite 4
27.
aus: CASH Nr. 5, 3. Feb. 95, Seiten 32/33: «Viele Profiteure hängen an den Eutern». Darin nicht enthalten sind z.B. Direkt-zahlungen an die Bauern. Gemäss Cash vom 5.7.96 bekommt ein 50 ha grosser Biohof mit 50 Kühen im Schweizer Mittelland rund Fr. 170000.- an Steuergeldern jährlich.
28.
«Zeitbombe Viehwirtschaft», Seite 45
29.
nach Prof. Frederic Vester, Biochemiker, Publizist in der Fernseh-Sendung «Fleisch frisst Menschen» des WDR vom
17.12.1987.
30.
Theorie eines alternativen, gerechten, ökologisch und sozial verantwortbaren Wirtschaftssystems ohne Zins, Zinseszins und
Inflation. 

Näheres dazu bei: INWO Schweiz, Postfach, 5001 Aarau.

aus: Ökologie & Ökonomie
Vegi-Büro Schweiz

Graphische Übersicht

aus der Zeitschrift ´ Der Vegetarier ´, Jan. Febr. 1984, Rückseite

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