(# = Zeile wiederholen)

Geh aus, mein Herz, und suche Freud,
denn du hast nicht mehr lange Zeit,
dich an Natur zu laben.
Schau an der schönen Gärten Zier,
solange Blume, Baum und Tier
noch Raum zum Leben haben. #

Die Bäume stehen voller Laub,
doch die Chemie senkt ihren Staub
herab auf Wald und Weide.
Narzissus und die Tulipan,
die weichen heut der Autobahn.
Im Abgas wächst Getreide. #

Die Lerche schwingt sich in die Luft,
bis auch ihr kleiner Leib verpufft
im Sog der Düsenwerke.
Die hochbegabte Nachtigall
kämpft gegen den Transistorschwall
und unterliegt der Stärke. #

Die Glucke führt ihr Völklein aus,
sofern sie nicht, bestimmt zum Schmaus,
nach dumpfer Mast verendet.
Der starke Hirsch, das zarte Reh,
die sterben in des Menschen Näh,
vom Nachtverkehr geblendet. #

Die Bächlein rauschen in dem Sand
mit reduziertem Fischbestand
infolge Abfallstauung.
Die Wiesen liegen hart dabei.
Noch weiden hier die Kühe frei.
Bald kommt die Überbauung. #

Die unverdross´ne Bienenschar
findet bei uns von Jahr zu Jahr
mehr giftbesprühte Blüten.
Des edlen Weinstocks starker Saft,
er fordert Leben, kostet Kraft,
weil viele sich nicht hüten. #

Der Hausstrom ist ja so bequem,
den Schalter nur mal umzudreh´n
und gleich sind Hausgeister zur Stelle.
Die Kernkraft birgt das Risiko,
daß Menschen kriegen Krebs engross,

eingedenk Tschernobyl´s Unfälle
.
#

Ich selber kann und mag nicht ruh´n.

Ein jeder muß das Seine tun.
So groß sind die Gefahren.
Ich singe mit, wenn alles singt,
voll Hoffnung, daß es uns gelingt,
die Schöpfung zu bewahren. #

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