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Gärtnerhof an den Heiligen
Pfühlen |
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| Und so fuhr ich dann am nächsten 3.Oktober
hin, wo das Erntedank- und zugleich Hofgründungsfest trotz des feuchtkalten
Wetters in froher Runde stattfand, mit Vorführung der Obstsaft- und
Leinsamenpresse, des alten externen Backofens, wo auch die Kinder mitbuken
und bei einem zünftigen lactovegetarischen Festmahl mit einer schmackhaften
Kürbissuppe, Gebäcken und Gurkensalat. Den mit Kuhmilch-sahne
gemischten Gurkensalat nahm ich ausnahmsweise und ohne Skrupel zu mir, da
diese ja vom schlachtfreien Gärtnerhof stammten. Dieser Hof ist eines
der Vorwerke von Wilmersdorf, zwischen Fürstenwalde/Spree und Frankfurt/Oder,
idyllisch am Waldrand gelegen, nahe einiges erhosamern Badesees (ca. 15 Min.
Radeln). stammte. |
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Der geschäftsführende Inhaber, Ingo Berthold, unterhält
mit einigen sich abwechselnden MitarbeiterInnen zwei Pferde, ein paar, Hühner,
Kühe und Ziegen, deren Milch er auch zu Butter und Käse verarbeitet
und an Nachbarn verkauft, z.B. an eine benachbarte Grafschaft. |
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Beim Gärtnerhof steht zwar nur ein etwas bescheidenes 2-stöckiges
Bauernhaus und diverse Stallungen, Schuppen und Wohnwagen, doch betreibt
der Ingo einen PC, Solarzellen für die Koppeleinfriedung und hat verschiedene
Obstbäume, die er nach und nach zu einer Obstplantage erweitern will.
Bei den umfangreichen bürokratischen Auflagen und unvermeidlichen
Maßnahmen ist er ja auch noch bei der freiwilligen Feuerwehr; sodaß
er selbst kaum noch Zeit genug für die Feldbestellung und Tierpflege
findet und wegen der Fluktuation immer wieder nach neuen MitarbeiterInnen
suchen muß und schon überlegt hat, keine weiteren Kühe und
Ziegen mehr zu beschaffen und sich ganz auf die Pflanzenkultivierung zu verlegen.
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Im Juli 99, campte ich dann mit ´Pauli´, dem Söhnchen
einer Berliner Bekannten, bei diesem Hof zwischen Gemüsefeldern,
Weideflächen, Pfuhl und Büschen. Wir bereiteten auf dem Spirituskocher
am Zeltplatz vegane Suppen mit Wildgemüsen und teilten diese auch
mit den Hofmitarbeitern, die uns auch von ihren Speisen abgaben. Sie alle
ernähr(t)en sich dort (lacto-) vegetarisch, zeigten sich aber beeindruckt,
daß so viele verschiedene vegane und doch abwechslungsreiche, schmeckende
und sättigende Eintöpfe zustande kamen. Für unseren 2-wöchigen
Camping nötigte ich dem Ingo DM50,00 auf und brauchte nur ein paar
Stunden auf einem Chicoree-Feld etwas "Unkraut" zu jäten und den Chicoree
zu lichten, der dann gleich für den nächsten Eintopf verwendet
wurde.
Es gibt etliche Aufgaben, die ein Gast dort übernehmen kann: mal
den Kühen auf der Weide Wasser in den Trog schütten, Pferde striegeln,
Elektrozaun umsetzen o.a. Jedenfalls sind wir da sehr gastfreundlich aufgenommen
worden. Pauli hatte sogar Ingos fast gleichaltrige Söhne mit dabei,
die neben uns zelteten und mit denen er sehr innig und ideenreich spielte.
Vielleicht - und das ist auch ein Anliegen dieser Schilderung - erkennt
macher Leser, mit wie wenig Aufwand man einen netten Urlaubsaufenthalt
aktiv gestalten kann, wenn man sich auf einfache Verhältnisse einstellen
und sich dennoch oder vielleicht gerade darum gut erholen kann.
Mit freundlichen Grüßen von WolfRAM