Inhalt:
Geruchsverbesserung am Katzenklo / ph-Werttest
des Katzenspeichels / Erlebnisse beim Umzug / Studie einer Tierärztin
/ Taurinanwendung
/ Vegetarische_Katzenernährung
/ Beprobung_April_97 / Gesundung_im_Februar_99
/ Brief an Zeitschrift:
´Mensch_und_Tier´ / VEGANE Katzen /
Vegane Rezepte für Katzennahrung Teil I und Teil I ; Vegecat und vegane
Fertignahrung für Katzen bietet auch:
Regina Schmitz · ´Produkte für ein besseres Leben´,
Pf. 201, 53569 Unkel · Tel: 02224-76207, Fax: -74843, Regina.Schmitz@ein-besseres-leben.de
, www.ein-besseres-leben.de , Minka´s Lebensende
Mein Briefwechsel über die
´Mini ´und
´Minka´
Minka (Siehe Foto:), ihre Schwester Mini und ihr Brüderchen Mäxchen waren in einem von ihrer Mutter längere Zeit verlassenen Katzennest verblieben auf dem Gelände meiner damaligen Arbeitsstelle (bei MLW intermed-export-import) Sept.87, wo benachbarte Pharmakologen einer Forschungsabteilung pflegten, verwilderte Katzen mit Diäthyläther "einzuschläfern", was ich in jenem Fall zu verhindern wußte und sie alle drei, wie sie jämmerlich nach der Mutterzitse piepsten, kurzerhand in einem Pappkarton mit nach Hause nahm und anfangs im Schicht- Wechsel mit unserer Mutter und einer Nuckelflasche aufzogen. Drollig war mitanzusehen, wie die kleinen Seelchen bei jedem Schluck die Ohren anlegten. Und wer weiß, ob sie überlebt hätten, wenn ich sie hätte ganz allein nähren müssen.
Zuerst glaubte ich nicht, sie zu behalten und suchte fürsorgliche Abnehmer für die drei Pummelchen, die ich jedoch nicht fand, d.h. einige Monate später vermittelten bekannte Katzenhalter mir eine alleinstehende Studentin, die wenigstens den Kater in ihren Haushalt aufnahm, der ihr angeblich später weggelaufen sein soll. Und irgendwann gewöhnte ich mich an den Gedanken, mit ihnen zu leben und dauerhaft für ihr Wohlergehen tätig zu sein.
Zunächst wurden sie von mir noch mit Schlachterzeugnissen gefüttert und mit Fischkadavern (die >Brekkis< gab es ja in Ostberlin offiziell erst nach der >Wende<), weil mir nicht einfiel, sie vegetarisch zu ernähren, hatte ich jedoch früher bei einer fremden jungen Katze, die mir temporär zugelaufen war, schon die positive Erfahrung gemacht, daß sie einen schlichten Hafer-Milch-Brei genüßlich aufgeschlappert hatte, aber erst nachdem ich es ihr richtig vorgemacht hatte, eingedenk des wichtigsten pädagogischen Leitgedankens.
Im Jahre 1994 wurde ich dann der Kadaver-Gerüche und des scharfen Geruchs des Katzenklos in meiner 1-Zi-Wohnung, der mich zur täglichen Entsorgung nötigte, überdrüssig und begann, die beiden Katzengeschwister mit den damals billig erhältlichen großen, hellgrünen Bohnen (von einem nahegelegenen Konkursmasse-Verkaufslager) und darübergestreuter Nährhefe zu füttern, was sie überraschend gerne aßen. Ja sogar die angefangene Brekkischachtel, die sie bislang durch die Schranktür hindurch gewittert und von außen an der Tür gekratzt hatten, beachteten sie beide gar nicht mehr, sondern bedienten sich eifrig der Bohnen mit Hefe. Nach und nach probierte ich auch andere Sachen aus.
Außer den bei Minka bis heut ungebrochen beliebten lactovegetarischen Gimpethäppchen, aßen sie auch gern gedünsteten Blumenkohl und besonders die Strünke (Stiele). Es brauchte nicht lange und schon waren sie "tofurisiert". (Nach oben)
Leider erkrankte Mini, die grau getiegerte Katze, an einer Eierstock-Uterus-Entzündung, angeblich weil sie niemals tragend gewesen war, und nach der auf Drängen des Tierarztes erfolgten Kastration kam sie nicht wieder voll zu Bewußtsein und verschied noch in derselben Nacht. Die damals Minka wegen einer Erhebung untersuchende Tierärztin erklärte mir aber, daß die vegetarische Kost ihren Tod nicht verursacht hätte, sondern, daß sie für derartige OPs wahrscheinlich schon zu alt gewesen wäre.
An Minka sehe ich heute, daß sie sehr kräftig ist und flink sein kann, blanke Augen, feuchte Nase und einen normalen Fellwuchs hat und viel schnurrt. Der ph-Wert-Test ihres Speichels ergab etwa den Grad 8, d.h. schwach alkalisch, trotzdem Experten meinen, daß der Speichel bei Raubtieren eher sauer sei. Sie lebt stets in einer Wohnung, und wenn ich mal länger weg bin, wird sie von einem Cat-sitter betreut, was zwar sonst immer eine Staatsaktion gewesen war und nun leichter zu machen ist, da ein lokaler Tauschring mehrere BetreuerInnen zu bieten hat.
Kurz vor meinem Umzug von Berlin-Köpenick zum
Stadtbezirk Kreuzberg im März´99 gab ich Minka - mit
dem Vorbehalt, sie auf Probe bei ihr zu lassen - bei einer vegetarischen
Nachbarin in Pflege, die Minka so sehr vernachlässigte, daß
Minka abmagerte und beinahe nur noch wie ein "Strich mit Fellbesatz"
aussah und - nachgeholt in meine neue Wohnung - nach ca. 14 Tagen Tofu-Normalkost
und mit fettreduzierter Kuhmilchsahne (ab und zu) wieder wohlgenährt
aussah.
(Nach oben)
Ist es nicht sonderbar, daß so ein "ursprünglich karnivores" Tier über so lange Zeit mit überwiegend pflanzlicher Kost prächtig gedeit (hier mit Soya-Tofu und Nährhefe (Siehe Foto:), wo selbst manche Menschen sich kaum vorstellen können, jemals vegetarisch zu leben. Und mir scheint es fraglich zu sein, ob Minka und Mini als mitfühlende Wesen jemals auf Tofu eingestiegen wären, wenn ich zu jener Zeit als ihr "Adoptiv-Vater" nicht schon selbst ein Vegetarier gewesen wäre.
"Wie der Herre, so´s Gescherre.", sagt ein geflügeltes Wort.
Allerdings hat die vegetarische Kost auch Minka nicht
von ihrem Fang- und Verfolgungstrieb entbunden, sondern sie veranlaßt,
hie und da eine Fliege oder einen Schmetterling zu fangen und zu verspeisen.
Diesen Trieb kann sie jetzt aber auch verwirklichen mit Hilfe der farbigen
Lochkugel von der Fa. Gimpet, aus der ab und zu eine Eßtablette
oder -kugel kullert, wenn sie sie mit der Nase oder mit den Pfoten
vor sich herschiebt. Sie hat auch ganz überraschende Favoriten
entdeckt, z.B. möchte sie von den Vitamin-B-haltigen Keksen, die
ich bei einem vietnamesischen Shop erstehe und selbst gerne mag, stets
einige Stückchen abbekommen.
Durch das Zusammenleben mit diesen Tieren als >Seelenspiegel< ist mir besonders deutlich geworden, in wie starkem Maße unser menschliches Verhalten, ja auch unsere Gedanken ausschlaggebend sind für deren Verhalten. Das heißt die Prophezeihung des biblischen Jesaja, daß dereinst selbst die Löwen und Wölfe kein anderes Tier verzehren werden, kann nur wahr werden, wenn wir Menschen es ihnen vorleben. "Wie der Herre so´s Gescherre". Und wenn die Raubtiere nicht mit dem Verfolgungs- und Fangtrieb begabt wären, würden sie die Kadaver gar nicht essen wollen.
Wie aus den Anlagen zu sehen ist, hatte die promovierende Tierärztin Frau Radka Engelhard, die meine beiden Katzendamen bei mir zu Hause noch höchstpersönlich unbeschadet kennengelernt und untersucht hatte, dieses Thema für ihre Dissertation erkoren. Ihre gesamten diesbez. Resultate veröffentlichte sie dann in einer Broschüre mit Erlaubnis der >Ludwig-Maximilians-Uni München<, wovon sie den Haltern der von ihr getesteten Tiere je ein Exemplar zustellen ließ. Erscheinungsjahr München 1999, als >Feldstudie zur vegetarischen Ernährung von Hunden und Katzen< mit Beschreibungen, Schilderungen, Tabellen und Diagrammen der Testauswertung. Da ich nur dieses eine Exemplar besitze, könnte ein(e) Interessent(in) im Bedarfsfalle der Frau Engelhard direkt schreiben, um an ein weiteres Exemplar zu kommen, andernfalls könnte ich es je nach Bedarf selbst kopieren und zuschicken.
Die o.g. Testreihe ergab jedoch im allgemeinen eine unzureichende, teils einseitige Ernährung der Tiere. Das einzige, was ich als Maßnahme daraufhin an Minka´s Speiseplan änderte, war die Anschaffung einer Großpackung Taurin aus einer Apotheke, das jetzt mehrmals wöchentlich vor der Nährhefe über den Tofu gestreut wird. Bei Anzeichen von Unwohlsein bekommt sie auch etwas Aktivkohle untergemischt, wonach sie bisher stets bald wieder vital wirkt. Aber sie wirkt gesundheitlich recht stabil, stabiler als vor der vegetarischen Ernährung. (Nach oben)
Frau E. hatte auch eine Veröffentlichung ihrer Dr.Arbeit in der "natürlich vegetarisch" angekündigt, die ich darin bisher vergeblich gesucht habe.
17. Juni 2002: Seit einigen Tagen verfüge ich wieder über ´Lopino´, d.h. so ´ne Art Süßlupinen-Quark. Probeweise legte ich der Minka etwa 100g auf ihren Teller, Dieses naturgemäß leicht bitter schmeckende Stück Lopino aß sie unverzüglich, ohne es jemals vorher probiert zu haben, und es scheint ihr auch gut zu bekommen.
und verbleibe mit tier- und menschenfrndl. Gruß
Wolfram Löschke (Nach oben)
Anlage:
Vegetarische Ernährung carnivorer Haustiere (Katzen und Hunde) (Nach oben)
Werte Radka,
habe Neuigkeiten über Mini. Sie hat laut veterinärmed. Diagnose eine Uterusentzündung mit Eiterausfluß und ist seit zwei Tagen in Behandlung, hat an diesen zwei Tagen je eine aus Nährsalzlösung bestehende Infusion erhalten und zum Schlappern für zu Hause schon die zweite Flasche mit einer Flüssignahrung, genannt "Reanimyl" (Hersteller ist die Fa. VIRBAC Tierarzneimittel, 23843 Bad Oldesloe. Sie bekam auch gleich zum ersten Arzttermin eine Penicilin-injektion.
Bei dieser Gelegenheit habe ich sie noch mal - und diesmal genau - gewogen und ganze 1, 64 Kg . zum Beimischen in das Trinkwasser hat mir der Arzt außerdem noch eine Nährsalztablette verkauft (genannt: "effydral", Kennummer dieses Produktes laut Verpackung: 0757969). Ich befürchte, in dieser Flüssignahrung sind auch Proteine aus Schlachtprodukten enthalten.
17.6.97
Hauptsache ist, daß sie wieder gesund wird. Heute
war ich mit Mini nach der Wochenendpause nun wieder beim Arzt, Dr. Kup, der
ihr wieder Penicilin spritzte und ca. 300 ml Infu-lösung gab. Er hat aus ihrem rechten Vorderbein eine Blutprobe
genommen und sie selbst gleich untersucht und gab mir eine Kopie
davon, die speziell für Sie anbeigefügt wurde (Wie man
sieht, haben die weißen Blutköperchen heute Priorität,
jedoch wird sich das vermutlich nach dem Heilungsprozeß wieder
normalisieren.
Morgen am frühen Nachmittag soll sie dann urologisch
behandelt und zugleich kastriert werden. Der Arzt ist sich heute
noch nicht ganz sicher gewesen, ob sie für den OP schon kräftig
genug ist, wir alle hoffen aber sehr darauf. Nun hat es also doch
sein müssen, daß Mini gepieckt wurde. Sie hat es jedoch
überraschend geduldig ertragen. Nach dem Aufbauen mit dieser
Nährlösung hat sie gemäß der heutigen Gewichtsmessung
300 g zugenommen. Es wird mich sehr interessieren, von Ihnen zu erfahren,
inwieweit sie mangelernährt worden sei. Ich bin natürlich
notfalls bereit, sie wieder gemischt zu ernähren, d.h. auch mit
Meeresgetier(leichenteilen)- u. Schlachtprodukten, wenn es ansonst
auf Dauer die Gesundheit der beiden gefährden würde.
Hiermit verabschiedet sich einstweilen, Ihnen Erfolg u. Gesundheit bei Ihren Unternehmungen wünschend
mit freundlichem Gruß und verbleibt als der W.L. (Nach oben)
Werte Radka
Sehr geehrte, angehende Frau Dr. Engelhardt,
nach Ihrem kurzen Anschreiben an mich wegen Minka's "Plasmaprobe" hatte
ich Ihnen ja schon per Fax den Erfolg angekündigt, doch nun
kann ich Ihnen erfreut berichten, daß Minka die heutige Blutabnahme
überstanden hat, die nicht Dr. Kupp (Urlaub), sondern seine
Kollegin und Praxispartnerin, Frau Dr. Ch. Gängel, Tel. (030)
535 38 00 durchgeführt hat. Sie behandelte Minka mit mehr Einfühlungsvermögen
als der Herr Dr., finde ich. Das Minka dabei zeitweilig etwas ungeduldig
geworden ist, dafür kann die Ärztin wohl nichts. Jedenfalls
scheint sie die Nachricht, daß Minka nur noch vegetarische Kost
erhält, beachtlich zu finden und nahm sie offenbar heiter auf.
Dennoch hat sie mir die Behandlungs- und Zentrifugiergebühr nicht
ersparen können, nämlich in Höhe von DM 10,97. Auch am
Postschalter mußten natürlich für diePäckchen- beförderung
+Zusage, daß es noch diese Woche bei Ihnen ankommen würde,
DM 6,90 entrichtet werden, zusammen also DM 17, 97. Wenn Sie diese Kosten
wenigstens teilweise oder ganz tragen wollen, dann wäre es nett, wenn
diese noch bis Ende 97 auf mein nachstehend erwähntes Girokonto überwiesen
werden könnte.
In dem Päckchen befindet sich neben der Serum (nicht
Plasma-) - probe auch eine gestern aus Minka's sauberer Kloschale
entnommene Urinprobe. Den dazu benutzten Spritzenkörper hatte
ich zufällig noch übrig von meinemletzten BKK- Gesundheits-
check, als ich diesen irgendwo verlegt hatte und ein unorthodoxes
Probegefäß abgegab. So, hoffentlich können Sie wenigstens
diese Proben gut anwenden. Nun liegt Minka wieder fried- und wonniglich
bei mir auf dem Schoß und schnurrt, was das Zeug hält. Nach
der Rückkehr hatte sie einen starken Appetit, und die Pieckwunden
von der Kanüle haben schnell zu bluten aufgehört. Heute bekam
sie für ihren Disstress zum Wohle der Veterinärmedizin eine
Extraportion Taurin-Käse-Mäuschen von der Fa. Gimpet.
Hiermit verabschiedet sich einstweilen, Ihnen Erfolg u. Gesundheit bei
Ihren Unternehmungen wünschend
mit freundlichem Gruß als der Wolfram Löschke
an Radka Engelhard 25.3.99
Am Falltor 14
67098 Bad Dürkheim
Doktorarbeit über Vegetarische Hunde- u. Katzenernährung
Sehr ehrenwerte Radka,
haben Sie vielen herzlichen Dank für Ihre erneute Offerte, die ich
mit großer Freude kürzlich erhielt. Diese DM 18, 50 sind
zu Lasten meines Girokontos gleich heute an das in Ihrem o.g. Schreiben
genannte Konto angewiesen worden.
Diese Arbeit von Ihnen wird mir eine wichtige Grundlage
für etwaige Vorträge über vegetarische Alternativen
sein.
Die mir verbliebene Katze <<Minka>> hat sich
seitdem offenbar gut gehalten. Im Februar 99 verhielt sie
sich aber insofern auffällig, als daß sie dazu überging,
sich häufig am After und in der Beckengegend zu lecken, was ich
eine Weile beobachtete. Und eines Tages hatte sie plötzlich sogar
einen richtig eitrig aussehenden Ausfluß aus der Vagina, ähnlich
des damaligen Ausflusses ihrer unter dramatischen Umständen nach
der Kastration kollabierten gleichaltrigen Schwester, die Sie ja mit
ihr zusammen untersucht und für gesund befunden hatten. (Nach oben)
Minka fuhr also tagelang so fort, sich in der bereits beschriebenen Weise zu lecken und mauzte dabei des öfteren, wobei sie mich auch anblickte, vermutlich als erwarte sie von mir nun irgendwelche Hilfe.
Nun war ja noch Heizperiode, und als Nutzer eines Kohleofens stand in meiner Wohnstube stets der Brikett- Vorratsbehälter, in den Minka eines Tages hineinhüpfte und minutenlang darin herumscharrte und polterte, und ich mich fragte, was um Himmelswillen sucht die Minka nur in einer Brikett-Tonne aus Hartpappe!? Doch bald darauf hörte sie tatsächlich auf, solche eitrige Ausscheidungen zu haben und verhielt sich wieder <<normal>>.
Meine These ist die: Wenn es sich, wie in solchem Fall vermutet werden
könnte, wieder um eine Entzündung des Eierstocks oder
Uterus gehandelt haben sollte, dann könnten die dabei effektiven
Toxine durch die Einnahme von Kohlenstoff gebunden und ausgeschieden
worden sein. Mini war nämlich damals nicht an Kohle rangekommen,
da es ja im Sommer passierte. Die in ihrem fortgeschrittenen Alter wohl
oder übel lebensgefährliche OP hätte meines Erachtens
vermieden werden können. Tiere können sich mitunter selbst
kurieren. Und mein insgeheimer Verdacht, daß damals der Dr. Kup
im Grunde vorwiegend an sein "make money" dachte, als er mir dringend
anriet, sie trotz des Risikos doch noch kastrieren zu lassen, liegt beinahe
auf der Hand.
WolfRAM Löschke, Liegnitzerstr.10 Hh., 10999 Berlin 17.VIII.99
"Mensch und Tier", Stiftung Europäisches
Tierhilfswerk
Sehr geehrte Damen & Herren, liebe TierfreundInnen,
hatte durch einen Werber Ihrer Organisation von Ihrem Tierschutzverein
Kenntnis erhalten und war zeitweilig Abonnent der o.g.Zeitschrift
und möchte heute wieder mal die Gelegenheitausnutzen, einmal
mehr anzuprangern, wie nicht nur analog der profit-orientierten Praxis
gewisser "Schwarzer Schafe" unter den Humanmedizinern, sondern auch
durch Veterinärmediziner Tiere mißbraucht oder gar zu Todesopfern
werden.
Ich hatte zwei ca. 10 Jahre alte zweieiige Katzengeschwister,
die von einer promovierenden Tierärztin, Namens Radka Engelhard
(die gerade auch an diesen beiden Katzen eine Untersuchung über
die Möglichkeitihrer vegetarischen Ernährung anstellte)
noch kurz vorher als gesund und gut genährt erklärt worden
waren.
Eine davon, genannt "Mini", die niemals in ihrem Leben
"trächtig" gewesen war, bekam zu jener Zeit aber einen eitrigen
Ausfluß aus derVagina, der eher zu- als abzunehmen schien und
gleichzeitig richtetesie sich in einem Karton, der alte Socken enthielt,
so was ähnlicheswie ein Nest ein. Doch eine mir bekannte Katzenfreundin
riet mir dringend, mit ihr einen nahegelegenen Tierarzt aufzusuchen,
den ich hier anonym lassen möchte, damit er mich nicht irgendwann wegen
Geschäftsschädigung verklagen kann. Ich habe eben nur meinen
Verdacht und zwar aus nachstehenden Gründen:
Zunächst drängte jener Veterinär-Dr. auf OP, woran er ja schließlich gut verdiente, nebst der noch verschriebenen Zusatznährstoffe. Für den OP-Eingriff war ihr Alter offenbar schon zu weit vorgerückt, denn nachdem siebei mir daheim aus der Narkose erwachte, hatte sie große Bewußseinsstörungen und kollabierte noch in der folgenden Mitternacht. Und das war damals zur Sommerzeit. Das ist von mir, der ich sie mit unserer Mutter zusammen nebst zwei anderen Geschwistern 1987 mit der Flasche aufgezogen und wie Adoptivkinder betreut hatte, natürlich sehr tragisch empfunden worden.
Es wird von den Tierärzten offenbar weithin die Meinung verbreitet,
Katzen müßten wenigstens 1x in ihrem Leben "trächtig"
gewesen sein, da sie ansonsten in der Gebärmutter oder im Eierstock
eine schwere Entzündung bekämenund daran sterben würden;
Abhilfe allerdings dagegen würde eine Kastration schaffen.
Aha! Nachtigall, ich hör Dir trapsen!
Im vorigen Winter jedoch hatte "Minka", ihre übriggebliebene
und ansonsten nach allen Anzeichen völlig gesunde Schwester
ebenfalls solchen eitrigenAusfluß. Und ich beobachtete ihr Verhalten
erst mal einige Tage, ohne michan irgendeinen Veterinär zu wenden.
Sie leckte sich immer wieder sauber,bis sie eines Tages, in den Kohlenvoratsbehälter
hüpfte, denn es war zufällig (oder Gott sei Dank) gerade Winter,
und rumorte darin herum, sodaß ein scharren-des Geräusch von
der
Innenwandung zu hören war. Was suchte sie wohl ausgerechnet
da im Kohlenbehälter?
Bald kam sie wieder munter herausgehüpft, und seitdem hatte sie überhaupt
keinen eitrigen Ausfluß mehr. Offenbar hatte sie mit ihrer
rauhen Zunge von dem Kohlengruß der Innenwandung etwas abgeleckt,
der allerhöchstwahrscheinlich wie eine Aktiv-Kohle gewirkt haben
muß. Sie wird diesen Kohlengruss gerochen und als wohltuend empfunden
haben und folgte so ihrem Gefühl.
Ja, so einfach, aber ein Arzt kann an etwas Aktivkohle
wohl nicht viel Um-oder Absatz machen. Da muß eben ab und zu
ein Katzenhalter eine OP riskieren, damit es sich auch ja rechnet.
Minka erfreut sich seitdem bester Gesundheit und hat sogar 3 Monate in
der kärglichen "Betreuung" einer Nachbarin, bei der ihre Wirbelknochenkonturen
durch die Abmagerung schon deutlich hervorgetreten waren, gut überstanden
und sieht nach ca. 2 Wochen lacto-vegetarischer Normalkost wieder aus
wie eine stattliche Katze, die oft schnurrt.
Sie hat neulich eine Tablette Aktivkohle, die ich von der Apotheke geholt hatte, mit den übrigen Gimpet-Katzentabs gerne mitgegessen.
Also ist meine Schlußfolgerung: Katzen können sehr wohl unbeschadet "jungfräulich" bleiben, wenn sie eventuell entstehende Toxine durch die o.g.billige Methode neutralisieren und ausscheiden können.
Frau Radka Engelhard, schickte
mir ein Exemplar ihrer ´Feldstudie´ mit den Resultaten ihrer bundesweiten
Tests an Hunden und Katzen.
Seit Juni 2004 gebe ich der Minka regelmäßig etwas ´Ami-Cat´
ein veganes Vollwert-Trockenfutter, das sie von Anfang an gern zu sich
genommen hat. Auffällig war, daß sie seitdem die Algobiotin-Tabletten
mit Zusätzen von Molkereiprodukten weniger nimmt als vor der Ami-Cat-Zeit.
Neuerdings wurde auch die Vollwertnahrung ´Vegusto Classic´
von ihr sehr gern gegessen.
Minka´s Lebensende
Am So., den 26.02.06, um ca. 5 Uhr früh begab sich das Selbst (Atma)
der innig geliebten Minka, die mir seit den ca. 18 1/2 Jahren sehr ans Herz
gewachsen war, auf die lange Wanderung ins Jenseits. Sie hat seit 1994 bei
gern genossener lactovegetarischer, aber überwiegend veganer und im
letzten Jahr konsequenter veganer Kost, von mir und einigen lieben Betreuerinnen
umsorgt, zufrieden und mit stabiler Gesundheit gelebt und ist so manchen
BesucherInnen vertrauensvoll auf den Schoß gehopst, bis zu wiederholten
Versuchen, auch mal mit ihren Vorderpfoten auf dem PC-Keyboard herumzutapsen
(mit Dank für den short-cut ´Strg.+Z´). Sie war mir gleichsam
ein sensibler ´Seelenspiegel´, bot mir viel Gelegenheit zu nonverbaler
Kommunikation und lauschte gerne harmonischer Musik. Es ist nur einige Wochen
her, daß wieder eine Besucherin staunte, als sie hörte, daß
Minka schon über 18 Jahre alt ist, da sie sie führ jünger
gehalten hätte. Jedoch hatte sich bereits der erste altersbedingte Schwächeanfall
ereignet, nach dem sie sich auch Dank homöopathischer Mittel der im
lokalen Tauschring engagierten und fürsorglichen Tierärztin Cornelia
Becker und besonderer Pflege zusehens erholte.
Diesmal aber ließ ihr Appetit immer mehr nach, mit zwischendurch aufflackernder
Lust z.B. auf eine vegane Weaty-Wurst oder Tofu-Steak, abgelöst von
strikter Abneigung jeglicher Speisen. Noch einmal kringelte sie sich auf
meinem Schoß ein und hielt sich anschließend fast nur noch auf
dem Zwischenboden (der Empore) auf, da sie ihr das Treppensteigen schon zu
schwer fiel, deren offene Seite ich zum Verhindern von Abstürzen extra
mit 2 Brettern bewährt hatte und wohin ich alle ihre Utensilien brachte.
Manchmal, wenn sie mir signalisierte, daß sie gern nochmal runter gehen
würde, trug ich sie hinunter, doch auch das wollte sie dann nicht mehr,
sondern es verblieb ein erst häufiger, dann immer seltener werdender,
wankender, zeitweiliger Gang mit etwas erhöhter Körpertemperatur
zum Wassernapf und zur Kloschale schließlich das Ruhen zwischen 2 Decken,
die neben meinem Nachtlager an 2 kleinen Regalen herabhingen.
Am o.g. Sonntag früh erwachte ich gegen 5 Uhr fruh und sah Minka, wie
sie sich längs neben meinem Liegeplatz, nur noch schwach atmend, neben
meinem Kopf ausgestreckt hatte. Und so hielt ich denn ihren Kopf und den
übrigen Körper behutsam, bis ihr Herz zu pochen aufhörte.
Nun liegt ihr Leib entspannt auf einem Tuch neben ihrem Grastopf, bis zur
Bestattung in einem nahegelegenen Stadtwald.
Obwohl dieser unerbittliche Moment, ihrem Alter entsprechend, durchaus mit
der rationalen Ebene zu fassen war, ringe ich in der emotionalen Ebene noch
immer um Ausgewogenheit, wobei mir dankenswerterweise von einigen wohlwollenden
Menschen viel tröstliche Anteilnahme und Mitgefühl übermittelt
worden ist.
Die Heiterkeit, Behaglichkeit und Erkenntnisse, die ihr Leben in meinen Haushalt
gebracht hat, ließ mir die Mühen, Kosten und spannenden Momente
bei ihrer Versorgung als eine angenehme Pflicht erscheinen. ( nach oben )
Mit freundl. Gruß von dem Katzen- und allg. Tierfreund WolfRAM